Vergleich Private Krankenversicherung –
Ein Blick auf Rehaleistungen

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Die wichtigsten Themen im Überblick

Beschäftigst du dich eingehender mit der Privaten Krankenversicherung, wirst du vielleicht auch schonmal in der Situation gewesen sein, dass dir dein Berater einen Test oder „Vergleich Private Krankenversicherung“ auf den Tisch gelegt hat. Als erste Orientierung ist das meiner Meinung nach auch gar nicht schlecht. Was jedoch alle Tests und Vergleiche gemein haben, ist die fehlende Tiefe bei den einzelnen Beurteilungskriterien.

Heute möchte ich dir gerne mal ein Beispiel geben, worauf du vielleicht wirklich achten solltest und wo sich ein exzellenter Krankenversicherer von einem guten oder mittelmäßigen unterscheidet. Um die ganze Wichtigkeit für dich und deine Entscheidung herausarbeiten zu können, ist der Artikel ein wenig länger geworden. Ich hoffe, du kannst am Ende nachvollziehen, warum es bei dem Thema wichtig ist, ein wenig ausführlicher zu werden. 

Das Wichtigste in Kürze

✓ Wer zahlt? Bei Reha-Maßnahmen sind primär die Deutsche Rentenversicherung (DRV) oder Berufsgenossenschaften zuständig – nicht deine Private Krankenversicherung. Als Privatpatient ohne Anspruch auf diese Träger (z.B. Rentner, Selbständige ohne DRV-Beiträge) besteht ein erhebliches Kostenrisiko.

✓ Unterscheide genau: Eine Anschlussheilbehandlung (AHB) erfolgt unmittelbar (max. 2 Wochen) nach Krankenhausentlassung. Eine medizinische Rehabilitation wird auf Antrag geplant. Beide können ambulant oder stationär durchgeführt werden.

✓ Kostenrisiko: Eine durchschnittliche stationäre Rehabilitationsmaßnahme kostet zwischen 3.000 und 10.000 Euro – in Einzelfällen bis zu 68.000 Euro. Ohne passenden PKV-Tarif bleibst du auf diesen Kosten sitzen.

✓ Tarifcheck ist Pflicht: Die meisten PKV-Tarife decken nur Anschlussheilbehandlungen ab – geplante Reha-Maßnahmen fallen oft durchs Raster. Ein Kurtagegeld von 20–50 Euro/Tag reicht bei Tageskosten von 240–300 Euro nicht aus.

✓ Beamte aufgepasst: Auch mit Beihilfe solltest du prüfen, ob dein PKV-Tarif Reha-Leistungen ohne Einschränkungen abdeckt – insbesondere für die Rentenphase.

Der Teufel liegt im Detail

In einem früheren Artikel habe ich ja schon einmal über die Auswüchse und Irreführungen auf Vergleichsplattformen oder Maklerprogrammen geschrieben. Während es damals um den Bereich der Hilfsmittel ging, werfen ich heute einen Blick auf das die Leistungen im Bereich einer Reha & Kur oder Anschlussheilbehandlung. Und lass dir an dieser Stelle vielleicht schon mal gesagt haben, dass diese drei Begrifflichkeiten keineswegs gleichzusetzen sind und die meisten Vermittler von Privaten Krankenversicherung hier keine Unterscheidung oder gar eine Auswirkung auf deinen Versicherungsschutz ableiten können. 

Gesundheitsversorgung in Deutschland

Werfen wir im ersten Schritt erst einmal einen Blick auf die grundsätzliche Gesundheitsversorgung in Deutschland, wie wir sie kennen und wie sie sich einfach unterscheiden lässt. 

Gesundheitsversorgung in Deutschland

Gesundheitsversorgung in Deutschland
Thomas Kretschmer
Thomas

Spezialist für private Krankenversicherung

    • persönliche PKV-Beratung statt anonymer Vergleich
    • verständliche Einordnung von Tarifen und Leistungen
    • Begleitung bei wichtigen Entscheidungen
Persönlich und unverbindlich
kretschmerundschweiger
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Thomas Kretschmer
Spezialist für PKV
  • persönliche PKV-Beratung statt anonymer Vergleich
  • verständliche Einordnung von Tarifen und Leistungen
  • Begleitung bei wichtigen Entscheidungen
kretschmerundschweiger
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Thomas Kretschmer
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Spezialist für private Krankenversicherung

  • persönliche PKV-Beratung statt anonymer Vergleich
  • verständliche Einordnung von Tarifen und Leistungen
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kretschmerundschweiger
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Begriffsdefinition

Zum besseren Verständnis werfen wir im nächsten Schritt einen Blick auf die einzelnen Begrifflichkeiten bzw. schauen uns an, wie diese vom Gesetzgeber interpretiert werden. Diese wird später dann auch nochmal sehr wichtig sein, wenn es darum geht zu erkennen, wer denn die einzelnen Kosten eigentlich tragen sollte. 

Rehabilitation

Die Rehabilitation (kurz Reha), bezeichnet allgemein eine Wiedereingliederung und spezielle Maßnahmen zur medizinischen Wiederherstellung, beruflichen Wiederbefähigung oder sozialen Wiedereingliederung. Es geht also darum, wieder ein selbstbestimmtes Leben führen zu können. § 5 SGB IX sieht dabei 5 Leistungsgruppen vor:

  1. Leistungen zur medizinischen Rehabilitation
    1. Anschlussrehabilitation (AR) – Anschlussheilbehandlung (AHB) und die Anschlussgesundheitsmaßnahme (AGM) für Nichtmitglieder der GKV (z.B. Privatpatienten
    2. Medizinische Reha ohne vorherige stationäre Krankenhausbehandlung
    3. Kinderheilbehandlungen, Rehabilitationen für Mütter und Väter, Entwöhnungsbehandlungen für Suchtkranke usw.
  2. Leistungen für Teilhabe am Arbeitsleben (berufliche Reha)
  3. Unterhaltssichernde und andere ergänzende Leistungen
  4. Leistungen zur Teilhabe an Bildung
  5. Leistungen für soziale Teilhabe

Anschlussheilbehandlung

Eine Anschlussheilbehandlung (AHB) ist eine ganztägige ambulante Behandlung oder stationäre Therapie zur medizinischen Reha. Die Besonderheit dieser Leistung besteht darin, dass sie nur bei bestimmten Erkrankungen in Betracht kommt und ich unmittelbar (spätestens 2 Wochen nach der Entlassung) an eine stationäre Krankenhausbehandlung anschließt

Kur

Mit der Einführung des 9. Sozialgesetzbuches wurde der Begriff „Kur“ offiziell gestrichen. Wenn Gesetzliche Krankenkassen oder Private Krankenversicherungen also von „ambulante Kur“ oder „stationäre Kur“sprechen, meinen Sie sehr wahrscheinlich die Leistungen nach §23 SGB V und §24 SGB V (Medizinische Vorsorgeleistungen bzw. Medizinische Vorsorgeleistungen für Mütter und Väter) also präventive Maßnahmen oder Leistungen nach § 41 SGB V (Medizinische Rehabilitation für Mütter und Väter). 

Die wichtigsten Fragen vor einem PKV-Wechsel

Diese Fragen hören wir in fast jedem Beratungsgespräch.

Häufigste Frage

Wird die PKV im Alter unbezahlbar?

Beiträge steigen sowohl in der GKV als auch in der PKV. In der PKV werden jedoch Altersrückstellungen gebildet, um Beiträge im Ruhestand zu stabilisieren. Entscheidend ist die richtige Tarifwahl und eine langfristige Planung. Wenn du früh sauber strukturierst, bleiben deine Beiträge planbar. Mit der richtigen Beratung kannst du bereits heute die Basis dafür legen, dass du im Ruhestand keinen Beitrag mehr zahlen musst.

Ein Wechsel zurück ist möglich, aber an klare Voraussetzungen gebunden. Als Angestellter ist es meist einfacher, als Selbstständiger deutlich schwieriger. Deshalb prüfen wir vorab, ob die PKV langfristig zu deinem Lebensweg passt.

Gerade hier zeigt sich die Stärke der PKV. Deine Leistungen sind vertraglich garantiert. Was im Tarif steht, gilt unabhängig von Einkommen oder politischen Entscheidungen. Entscheidend ist die Qualität des gewählten Tarifs.

Unter bestimmten Voraussetzungen kannst du wieder in die GKV wechseln. Zusätzlich gibt es in der PKV Möglichkeiten, Beiträge vorübergehend zu reduzieren. Solche Szenarien lassen sich im Voraus planen und nicht erst im Ernstfall.

PKV-Beiträge folgen klaren gesetzlichen Mechanismen und sind an medizinische Kosten gekoppelt. Mit einer durchdachten Tarifwahl und langfristiger Strategie lassen sich Schwankungen deutlich abfedern.

Hol dir eine ehrliche Einschätzung zu deiner Situation.

Wer trägt die Kosten einer medizinischen Rehabilitation oder Anschlussrehabilitation

In § 6 SGB IX sind die einzelnen Leistungsträger für eine medizinische Reha (AR, AHB und AGM) abschließend aufgelistet und damit gesetzlich geregelt. Diese sind:

  • Gesetzliche Krankenkassen (GKV)
  • Bundesagentur für Arbeit
  • Träger der gesetzlichen Unfallversicherung (Berufsgenossenschaften)
  • Träger der gesetzlichen Rentenversicherung (z.B. Deutsche Rentenversicherung Bund)
  • Träger der Kriegsopferversorgung
  • Träger der öffentlichen Jugendhilfe
  • Träger der Eingliederungshilfe

Was hier auf den ersten Blick schon mal auffällt, ist, dass Unternehmen der Privaten Krankenversicherung nicht als Träger aufgelistet werden. Was dies für dich bei einem Wechseln in die PKV bzw. deine Entscheidungsfindung im Rahmen eines Vergleichs zur Privaten Krankenversicherung bedeutet, schauen wir uns später natürlich noch genauer an. 

Grundsätzlich ist aber erst einmal wichtig zu wissen, dass die Kostenübernahme klar nach gesetzlich geregelten Prioritäten gestaffelt ist. Dabei gilt (fast immer) das folgende Schema:

Gesetzliche Leistungsträger Reha

Gesetzliche Leistungsträger Reha

Der erste Leistungserbringer für eine Anschluss Rehabilitation ist somit immer die Gesetzliche Rentenversicherung. Zahlst Du jedoch z.B. als Selbständiger oder Rentner keine Beiträge in die Deutsche Rentenversicherung ein, geht die Leistungspflicht in der nächsten Stufe auf die Träger der Berufsgenossenschaft über. Zahlst Du auch hier keine Beiträge ein, oder es handelt sich schlicht nicht um einen Wegeunfall oder eine Berufserkrankung, würde im letzten Schritt die Gesetzliche Krankenkasse einspringen. Bist Du jedoch bei einer Privaten Krankenversicherung versichert, hättest du als Rentner, Selbständiger (ohne Beiträge in die Deutsche Rentenversicherung oder Berufsgenossenschaft, überhaupt keinen Leistungsanspruch. 

Und genau das ist das Problem bei einem Vergleichen von  Privaten Krankenversicherungen. Die meisten Angebote am Markt, haben hier nämlich keine ausreichende Deckung vorgesehen. 

Problemstellungen bei Anschluss Rehabilitation

Erschwerend kommt bei einer Anschlussheilbehandlung hinzu, dass die Verlegung in aller Regel direkt aus dem Krankenhaus erfolgt und dieses dann einen Antrag bei der Gesetzlichen Rentenversicherung bzw. der Berufsgenossenschaft stellen muss. Die Bearbeitung kann jedoch durchaus mal so lange dauern, dass deine Anschlussrehabilitation schon begonnen hat, du aber am Ende vielleicht gar keine Kostenübernahmebescheinigung bekommst. Wenn dann dein Privater Krankenversicherer auch keine tariflichen Leistungen vorsieht, bleibst du auf Kosten im zum Teil mittleren fünfstelligen Bereich sitzen. 

Schritt-für-Schritt: Reha/AHB korrekt beantragen

1. Medizinische Notwendigkeit feststellen lassen
Lass dir von deinem Haus-, Fach- oder Betriebsärzten einen ärztlichen Befundbericht ausstellen, der die medizinische Notwendigkeit einer ambulanten oder stationären Rehabilitationsmaßnahme dokumentiert. Bei einer Anschlussheilbehandlung (AHB) übernimmt das Krankenhaus diese Aufgabe direkt vor der Entlassung.

2. Zuständigen Kostenträger identifizieren
Prüfe, welcher Träger für dich zuständig ist:

  • Deutsche Rentenversicherung (DRV): Wenn du Beiträge zahlst (Arbeitnehmer, manche Selbständige)
  • Berufsgenossenschaft: Bei Arbeitsunfällen oder Berufskrankheiten
  • Private Krankenversicherung: Nur wenn kein gesetzlicher Träger zuständig ist

Tipp: Nutze die Reha Checkliste der DRV oder kontaktiere die Zentrale Berlin über das Kontaktformular auf deren Website.

3. Antrag stellen

  • Bei DRV/Berufsgenossenschaft: Reiche den ärztlichen Befundbericht zusammen mit dem Antragsformular ein. Bei AHB übernimmt das Krankenhaus die Antragstellung.
  • Bei deiner PKV: Informiere deinen Versicherer frühzeitig und kläre, ob eine Kostenübernahme erfolgt. Fordere eine schriftliche Zusage an.

4. Klinik auswählen (Wunsch- und Wahlrecht)
Du hast ein Wunsch- und Wahlrecht bei der Auswahl der Reha-Einrichtung – sofern diese für deine Diagnose geeignet ist. Nutze das Wunsch- und Wahlrecht-Formular und prüfe vorab die Wartezeiten.

Wichtig für Privatpatienten: Kläre mit der Klinik, ob ein Aufnahmevertrag für Privatversicherte erforderlich ist und ob Physio- oder Sporttherapien im Leistungsumfang enthalten sind.

5. Genehmigung abwarten
Die Bearbeitung kann 2–4 Wochen dauern. Bei einer AHB kann es vorkommen, dass die Reha bereits beginnt, bevor die Genehmigung vorliegt – hier ist eine gute Tarifabsicherung Gold wert.

Was tun bei Ablehnung?

Schritt 1: Ablehnungsbescheid prüfen
Lies den Bescheid genau durch. Oft wird die medizinische Notwendigkeit angezweifelt oder es fehlen Unterlagen.

Schritt 2: Widerspruch einlegen
Du hast 4 Wochen Zeit, schriftlich Widerspruch einzulegen. Begründe diesen mit:

  • Einem aktualisierten ärztlichen Befundbericht
  • Fachärztlichen Stellungnahmen
  • Hinweisen auf die Verschlechterung deines Gesundheitszustands ohne Reha

Schritt 3: Sozialrechtliche Beratung nutzen
Kontaktiere die Verbraucherzentrale, einen Sozialverband (z.B. VdK) oder einen Fachanwalt für Sozialrecht.

Schritt 4: PKV als Backup prüfen
Wenn der gesetzliche Träger endgültig ablehnt, prüfe, ob deine PKV einspringt. Hier zeigt sich, ob dein Tarif wirklich leistet – oder du auf den Kosten sitzen bleibst.

Fallbeispiele für eine Anschluss-Rehabilitation (AHB oder AGM)

  1. Diagnose: Herzinfakt. Nach der Operation im Krankenhaus erfolgt eine Verlegung in eine Klinik zur Anschlussheilbehandlung mit dem Ziel, die Gesundheit zu stabilisieren und dem Patienten beizubringen, mit der neuen Situation zu leben. 
  2. Diagnose: schwere Schulterverletzung. Liegen die Operation im Krankenhaus und die ambulante Behandlung während der Ruhigstellung (6 Wochen) hinter dem Patienten,, erfolgt dann die Verlegung in eine Klinik zur Anschlussrehabilitation mit dem Ziel, die Beweglichkeit der Schulter wieder weitestgehend herzustellen
  3. Diagnose: Schlaganfall. Nach der Operation im Krankenhaus erfolgt die unmittelbare Verlegung in eine Klinik zur Anschlussrehabilitation mit dem Ziel, einzelne körperliche Funktionen (wie z.B. das Sprechen) wieder zu erlernen.

Fallbeispiele für eine Medizinische Rehabilitation (auf Antrag)

  1. Diagnose: starkes Übergewicht, Bluthochdruck oder Diabetes mellitus. Stationäre oder teilstationäre Reha-Behandlung mit dem Ziel das Fortschreiten der bestehenden Erkrankung zu vermeiden oder die Arbeitsfähigkeit wieder herzustellen
  2. Diagnose: Erschöpfung, wiederkehrende Infekte oder starke Kopfschmerzen. Stationäre Reha-Behandlung mit dem Ziel, den Gesundheitszustand zu stärken oder einen Konzentrations- bzw. Leistungsverbesserung herbeizuführen. 
  3. Diagnose: Multiple Sklerose. Stationäre Einweisung in einer neurologischen Fachklinik mit dem Ziel, das Fortschreiten der Krankheit zu verlangsamen, die Verschlechterung wichtiger Körperfunktionen zu vermeiden und ggf. die Arbeitsfähigkeit zu erhalten.

Ein Wechsel in die PKV ist nicht sinnvoll, wenn ...

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Wir sagen dir auch ehrlich, wenn die PKV nicht der richtige Weg für dich ist.

Wann greift das Gesetzliche System?

Die folgende Graphik zeigt auf, wann du als Privatpatient einen Schutz über die gesetzlichen Systeme hast bzw. wann halt auch nicht:

Wer zahlt wann?

Wer zahlt wann?

Arbeitnehmer

Arbeitnehmer sind während Ihrer Erwerbsphase ganz normal über die Deutsche Rentenversicherung bzw. im Falle einer Berufserkrankung auch über die Berufsgenossenschaft abgesichert. Greifen beide Leistungsträger nicht, gibt es jedoch im Falle eines Privatpatientenstatus keine Gesetzliche Krankenkasse, welche in letzter Instanz einspringen würde. In der Rentenphase würde die Deutsche Rentenversicherung bzw. Berufsgenossenschaft nur einspringen, wenn es sich um eine bestimmte (Berufs)erkrankung handelt. 

Beamte/ Beihilfe

Als Beamter oder Beamtenanwärter hast du Anspruch auf Beihilfe, doch Vorsicht: Die Beihilfe übernimmt Reha-Kosten nur anteilig (meist 50–70 %), und auch nur, wenn die medizinische Notwendigkeit anerkannt wird.

Besonderheiten für Beamte:

  • Anschlussheilbehandlung (AHB): Wird in der Regel von der Beihilfe anerkannt, wenn sie unmittelbar nach einer stationären Krankenhausbehandlung erfolgt.
  • Geplante Reha-Maßnahmen: Hier ist die Beihilfe oft restriktiver. Eine vorherige Genehmigung ist zwingend erforderlich.
  • Ambulante Reha: Wird häufig nur teilweise oder gar nicht übernommen – hier sollte deine PKV einspringen.

Deine PKV muss den Restanteil abdecken:
Achte darauf, dass dein PKV-Tarif keine Einschränkungen bei Reha-Leistungen vorsieht. Viele Beamtentarife decken nur AHB ab – geplante stationäre Rehabilitationsmaßnahmen fallen durchs Raster.

Tipp: Prüfe, ob dein Tarif auch soziale Rehabilitation und Physio- oder Sporttherapien im Rahmen der Reha abdeckt.

Selbständige

Bei Selbständigen würden die Leistungserbringer nur dann einspringen, wenn du entsprechend Beiträge zur Deutschen Rentenversicherung bzw. Berufsgenossenschaft zahlst. 

In beiden Fällen ist es wichtig zu verstehen: Die Prüfung der medizinischen Notwendigkeit erfolgt durch den jeweiligen Leistungsträger. Dieser fordert in der Regel medizinische Unterlagen an und entscheidet auf Basis einer persönlichen Untersuchung oder der eingereichten Befunde, ob eine Reha-Maßnahme medizinisch notwendig ist. Nur wenn die medizinische Notwendigkeit festgestellt wird, übernimmt der Träger die Kosten. Bei Privatpatienten ohne Anspruch auf Leistungen der Deutschen Rentenversicherung Bund oder der Gesetzlichen Unfallversicherung ist diese Prüfung besonders kritisch – denn wenn die medizinische Notwendigkeit zwar besteht, aber kein gesetzlicher Träger zuständig ist, muss die private Krankenversicherung einspringen.

In beiden Fällen ist es demnach sehr wichtig, dass deine Private Krankenversicherung einen wirklich guten und passenden Schutz anbietet. Werfen wir hier im ersten Schritt aber mal einen Blick auf die allgemeinen Musterbedingungen für Private Krankenversicherungen. Dort steht im § 5 MB/KK 2009 unter Einschränkung der Leistungspflicht folgende Aussage:Vergleich Private Krankenversicherung

Musterbedingungen

Die allgemeinen Musterbedingungen einer Privaten Krankenversicherung sehen im Bereich (d) also keine Leistungen für Rehabilitationsmaßnahmen vor und verweisen auf den jeweils einzelnen Tarif.

Diese 3 Fehler machen den PKV-Wechsel teuer

01 – Der häufigste und teuerste Fehler

Ohne qualifizierte Beratung wechseln

Die PKV ist komplex. Kleine Details können langfristig große finanzielle Auswirkungen haben. Ohne fundierte Analyse riskierst du eine Entscheidung, die dich über Jahre begleitet.
02

Nur auf den günstigen Beitrag
achten

Ein niedriger Einstiegsbeitrag wirkt zwar attraktiv, sagt aber wenig über die langfristigen Beiträge oder die Leistungsqualität aus. Wer nur auf den Preis schaut, muss später oft tiefer in die Tasche greifen.
03

Gesundheitsangaben unvollständig machen

Unvollständige oder vergessene Gesundheitsangaben wirken oft harmlos, können aber im Ernstfall schwerwiegende Folgen haben. Wer hier nicht sorgfältig vorgeht, riskiert später Probleme bei der Leistung.
Ein PKV-Wechsel wirkt sich jahrzehntelang aus. Eine falsche Entscheidung kostet dich später deutlich mehr.

Vergleich Private Krankenversicherung

Die meisten Makler und Mehrfachagenten vertrauen beim Vergleich Private Krankenversicherung noch immer auf eines der unzähligen Vergleichsprogramme am Markt. Da hier die Kriterien für die Auswahl der „besten Privaten Krankenversicherung“ leider sehr oberflächlich und schlecht recherchiert sind, kommt bei allen Anbietern auch so ziemlich das gleiche Ergebnis raus. 

Zur Veranschaulichung habe ich das ausführlichste Vergleichsprogramm einfach mal mit dem Maximum an Kriterien gefüttert (also alle Leistungen aus dem obersten Regal) gefüttert und dabei die folgenden 4 Anbieter als Empfehlung erhalten. 

Vergleich Private Krankenversicherung

Vergleich Private Krankenversicherung

Legt mal also die bestmöglichen Leistungen als Auswahlkriterium zugrunde, erfüllt der erste Tarif diese Anforderung zu 96%, der zweite zu 93%, der dritte zu 86% und der vierte lediglich nur noch zu 70%. 

Vergleich Private Krankenversicherung

Vergleich Private Krankenversicherung

Doch wie sehen die Leistungen für Rehabilitationsmaßnahmen bei den einzelnen Anbietern in den oben genannten  Tarifen aus? 

Hanse Merkur Tarif KVT500 und KVT1000

Die zugrundeliegenden Allgemeinen Versicherungsbedingungen der Hanse Merkur (AVB) schreiben dabei folgendes:

Vergleich Private Krankenversicherung

AVB Hanse Merkur

Vergleich Private Krankenversicherung

Vergleich Private Krankenversicherung

Die Allgemeinen Tarifbedingungen der Hanse Merkur sehen für Medizinische Rehabilitationsmaßnahmen also erst einmal (analog den Musterbedingungen des PKV-Verbandes) keine Leistungen vor und es wird auf den jeweiligen Tarif verwiesen. 

Im Tarif KVT500 (und auch KVT1000) steht dann folgendes geschrieben:

Vergleich Private Krankenversicherung

Tarifbedingungen Hanse Merkur

Und hier gibt es dann schon mal recht viele Fragen, die man dem Unternehmen stellen könnte. Zum einen ist nur die Rede von „stationären“ Anschlussheilbehandlungen. Wie wir mittlerweile aber wissen, kann eine Anschlussheilbehandlung sowohl stationär, als auch teilstationär oder ambulant sein. Der Tarif sieht aber nur eine Leistung für stationäre Behandlungen vor. Außerdem schränkt der Tarif die Leistungspflicht des Versicherers auf die dort genannten Diagnosen ein. So sind dort z.B. Knie- oder Hüftgelenkersatz genannt.

  1. Was ist mit anderen Gelenken wie der Schulter oder Händen/Fingern?
  2. Was ist mit dem komplette Bereich der Transplantationsmedizin?
  3. Was ist mit Rheuma?
  4. Was ist mit Long Covid?
  5. Was ist mit dem gesamten Bereich der (geplanten) Reha-Maßnehmen (die Rede ist ja nur von Anschlussheilbehandlung)?
  6. Was ist mit Autoimunerkrankungen?

Stell Dir hier mal vor, du bist Rentner (Dt. Rentenversicherung leistet nicht, Berufsgenossenschaft leistet nicht) und deine Private Krankenversicherung der Hansemerkur sagt dir, dass die Kosten einer Reha in den nur beispielhaft oben aufgeführten Fällen nicht zahlt. Nur mal zum Vergleich an der Stelle. Der Leistungskatalog der Dt. Rentenversicherung umfasst hier über 200 Seiten! mit abgesicherten Diagnosen, bei welchem der Träger einspringen würde, wenn du nicht schon im Rentenalter wärst. 

Hallesche Tarif NK select XL 600 URZ

Vergleich Private Krankenversicherung

Tarifbedingungen Hallesche

Im Gegensatz zur Hanse Merkur leistet die Hallesche hier zumindest bei Anschlussheilbehandlungen ohne jegliche Einschränkungen. Was in den Tarifbedingungen jedoch komplett fehlt, ist der Bereich der (geplanten) Medizinischen Rehabilitation, welcher schlicht gar nicht versichert wäre. 

In vielen Fällen wird versucht, diesen Missstand dadurch auszugleichen, dass dem Kunden ein Kurtagegeld in Höhe von 20 Euro oder 50 Euro am Tag angeboten wird. Was dies für deine Kostensituation bedeutet, erfährst du weiter unten.

ARAG Tarif MedBest 600 FlexiPro

Vergleich Private Krankenversicherung

Tarifbedingungen ARAG

Die ARAG präsentiert eine Lösung analog dem vorherigen Beispiel der Halleschen. Auch hier ist der komplette Bereich der Anschlussheilbehandlungen abgedeckt und der komplette Bereich der (geplanten) Medizinischen Reha nicht. 

Außerdem ist im Tarif jedoch ein Tagegeld für Kur- und Sanatoriumsbehandlungensowie Reha-Maßnahmen in Höhe von 50 Euro am Tag für max. 28 Tage vorgesehen. 

Vergleich Private Krankenversicherung

Kurtagegeld ARAG

Hier wäre es gut zu wissen, dass z.B. eine Reha-Maßnahme im Bereich der Geriatrie, also der Versorgung von akuten und chronischen Krankheiten, zwischen 240 Euro und 300 Euro am Tag kostet. Mit den versicherten 50 Euro am Tag, dürfte man also gerade mal bis zum Frühstück kommen und dann wäre Schluss. 

Bayerische Beamtenkrankenkasse

Als einer von tatsächlich nur 3 oder 4 Anbietern am Markt der in diesem Test zum Thema „Vergleich Private Krankenversicherung“ mit einem guten Beispiel vorangeht steht hier die Bayerische Beamtenkrankenkasse (BBKK) bzw. auch die Schwester Union Krankenversicherung (UKV) mit dem Tarif Gesundheit Vario. 

Vergleich Private Krankenversicherung

Tarifbedingungen BBKK

Hier gibt es Bedingungsseitig tatsächlich keinerlei Einschränkungen und selbst Privatärztliche Leistungen wie die Unterbringung im Einbettzimmer werden voll und ganz erstattet. Zudem besteht bei diesem Tarif ein Wunsch- und Wahlrecht, das heißt du kannst die Reha-Einrichtung nach deinen Präferenzen auswählen, sofern sie medizinisch notwendig ist.

Vergleich Private Krankenversicherung
Wahlleistungen BBKK

Checkliste für Tarifprüfung

Nutze diese Checkliste, um deinen PKV-Tarif auf Herz und Nieren zu prüfen:

  • Anschlussheilbehandlung (AHB) ohne Einschränkungen?
    Werden alle Diagnosen abgedeckt – oder nur eine begrenzte Liste?
  • Geplante medizinische Rehabilitation versichert?
    Viele Tarife decken nur AHB ab – geplante Reha-Maßnahmen fehlen komplett.
  • Ambulante UND stationäre Reha abgedeckt?
    Manche Tarife leisten nur bei stationären Maßnahmen.
  • Kurtagegeld ausreichend?
    Ein Tagegeld von 20–50 Euro reicht bei Tageskosten von 240–300 Euro nicht aus.
  • Wunsch- und Wahlrecht möglich?
    Kannst du die Reha-Einrichtung frei wählen?
  • Wahlleistungen (Einbettzimmer, Chefarztbehandlung) in der Reha-Klinik?
    Werden privatärztliche Leistungen auch während der Reha erstattet?
  • Keine Wartezeiten oder Ausschlussfristen?
    Manche Tarife sehen Wartezeiten für Reha-Leistungen vor
  • Beihilfe-Kompatibilität (für Beamte)?
    Deckt dein Tarif den Restanteil der Beihilfe vollständig ab?

Unser Tipp: Lass deinen Tarif von einem spezialisierten Berater prüfen – die Unterschiede zwischen den Anbietern sind enorm.

Mit welchen Kosten muss ich bei einer Reha rechnen?

Eine gewöhnliche Anschlussheilbehandlung oder Medizinische Reha liegt kostentechnisch gerne mal in einem Bereich zwischen 3.000 Euro und 10.000 Euro. Die teuerste Reha, welche wir in den letzten Jahren begleitet haben, war eine Anschlussheilbehandlung nach einem Schlaganfall (6 Wochen) und schlug mit 68.000 Euro zu Buche. 

Fazit und Zusammenfassung

In der folgenden Übersicht siehst du nochmal eine kurze Zusammenfassung der vier ausgewählten Anbieter und kannst dir so kurz und knapp ein Bild machen. 

Vergleich Private Krankenversicherung

Vergleich Private Krankenversicherung (Übersicht)

Ich hoffe ich konnte dir im heutigen Artikeleinen guten Einblick geben, wo du bei einem Vergleich Private Krankenversicherung hinschauen solltest. Denn sind wir doch mal ehrlich, die meisten schweren Erkrankungen tretenerst mit zunehmendem Alter ein und dann sind die gesetzlichen Träger wie Deutsche Rentenversicherung oder Berufsgenossenschaft leider nicht mehr im Boot. 

Bedenke hier auch, dass das SGB IX auf ca. 300 Seiten regelt, was alles in die Leistungspflicht der gesetzlichen Träger fällt. Immer dann, wenn dein Krankenversicherer dies in wenigen Sätzen beschränkt, solltest du also stutzig werden und lieber nochmal genauer nachfragen. 

Achte besonders darauf, dass die medizinische Notwendigkeit nicht nur für Anschlussheilbehandlungen, sondern auch für geplante Reha-Maßnahmen anerkannt wird – und dass dein Versicherer nicht nur auf Basis von medizinischen Unterlagen entscheidet, sondern im Zweifel auch eine persönliche Untersuchung akzeptiert.

Solltest du dich für das Thema Vergleich Private Krankenversicherung interessieren und eine etwas andere Herangehensweise schätzen, melde dich gerne zu einem unserer kostenlosen Onlineberatungen an. 

FAQ

Zahlt die PKV für eine Reha?

Das kommt auf deinen Tarif an. Viele PKV-Tarife decken nur Anschlussheilbehandlungen (AHB) ab – geplante stationäre Rehabilitationsmaßnahmen fallen oft durchs Raster. Prüfe deine Tarifbedingungen genau.

Was ist der Unterschied zwischen Reha und Kur?

Eine Reha dient der Wiederherstellung der Gesundheit nach einer Erkrankung. Eine Kur (heute: medizinische Vorsorgeleistung) ist präventiv und soll Erkrankungen vorbeugen. Die PKV leistet meist nur für Reha-Maßnahmen – Reha & Kur werden oft verwechselt.

Wer zahlt die Reha, wenn ich Rentner bin?

Als Rentner zahlt die Deutsche Rentenversicherung nur bei bestimmten Erkrankungen (z.B. Berufskrankheiten). Ansonsten musst du auf deine Private Krankenversicherung zurückgreifen – wenn dein Tarif leistet.

Was ist eine Anschlussheilbehandlung (AHB)?

Eine AHB ist eine Reha-Maßnahme, die unmittelbar (max. 2 Wochen) nach einer stationären Krankenhausbehandlung erfolgt. Sie kann ambulant oder stationär durchgeführt werden.

Reicht ein Kurtagegeld von 50 Euro am Tag?

Nein. Eine stationäre Rehabilitationsmaßnahme kostet zwischen 240 und 300 Euro pro Tag. Ein Kurtagegeld von 50 Euro deckt nur einen Bruchteil der Kosten.

Brauche ich einen ärztlichen Befundbericht für die Reha?

Ja. Der ärztliche Befundbericht dokumentiert die medizinische Notwendigkeit und ist Voraussetzung für die Genehmigung durch den Kostenträger.

Kann ich die Reha-Klinik selbst wählen?

Ja, du hast ein Wunsch- und Wahlrecht – sofern die Klinik für deine Diagnose geeignet ist. Nutze das Wunsch- und Wahlrecht-Formular bei der Antragstellung.

Was passiert, wenn die DRV die Reha ablehnt?

Du kannst Widerspruch einlegen (Frist: 4 Wochen). Wenn der Widerspruch erfolglos bleibt, prüfe, ob deine PKV einspringt – hier zeigt sich die Qualität deines Tarifs.

Werden Physio- oder Sporttherapien in der Reha übernommen?

Das hängt von deinem PKV-Tarif ab. Hochwertige Tarife decken auch Physio- oder Sporttherapien im Rahmen der Reha ab.

Was ist der Unterschied zwischen ambulanter und stationärer Reha?

Bei einer ambulanten Reha wohnst du zu Hause und besuchst die Reha-Einrichtung tagsüber. Bei einer stationären Rehabilitationsmaßnahme bist du vollstationär in der Klinik untergebracht.

Gilt die Beihilfe auch für Reha-Maßnahmen?

Ja, aber nur anteilig (meist 50–70 %). Deine PKV muss den Restanteil übernehmen – prüfe, ob dein Tarif hier leistet.

Was ist ein Aufnahmevertrag für Privatversicherte?

Manche Reha-Kliniken verlangen von Privatpatienten einen separaten Aufnahmevertrag für Privatversicherte, der die Kostenübernahme regelt. Kläre das vorab mit der Klinik.

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