Dein Firmengebäude bildet den Kern deines Unternehmens, es ist der pulsierende Mittelpunkt, in dem sich alles Wesentliche abspielt: von Produktion über Lager bis hin zur Verwaltung. Es ist nicht nur der Ort, an dem deine Kunden, deine Lieferanten und deine Mitarbeiter täglich zusammenkommen, sondern auch die Heimat für Handel, Handwerk und Dienstleistungen. Für viele Unternehmen stellt die gewerbliche Immobilie zudem den wertvollsten Aktivposten dar. Die Konesquenzen unerwarteter Sachschäden können tiefgreifend sein und durch die entstandenen Kosten eine ernsthafte Bedrohung für die Existenz deines Betriebs darstellen. Eine entsprechende Versicherung, wie die gewerbliche Gebäudeversicherung, bietet hier einen umfassenden Schutz gegen eine breite Palette von Risiken und Schäden, die ich dir in folgendem Blogartikel genau erklären werde.

Das Wichtigste in Kürze
- Die Gebäudeversicherung für Gewerbe schützt Ihr Betriebsgebäude vor Schäden durch Feuer, Leitungswasser, Sturm und Hagel
- Erweiterte Elementarschäden wie Überschwemmung und Erdbeben sind optional versicherbar
- Die Versicherungssumme sollte dem Neuwert des Gebäudes entsprechen, um Unterversicherung zu vermeiden
- Gewerbliche Gebäudeversicherungen unterscheiden sich von privaten durch höhere Deckungssummen und spezielle Gewerberisiken
- Kosten variieren je nach Gebäudewert, Nutzungsart, Lage und gewähltem Leistungsumfang
Die Bedeutung der gewerblichen Gebäudeversicherung
Sachschäden, verursacht durch Feuer, Leitungswasser oder Unwetter, sind mehr als nur ein Ärgernis – sie können schnell zu einer sehr kostspieligen Angelegenheit werden. Daher liegt es im grundlegenden Interesse jedes Firmeninhabers, sein Betriebsgebäude mit einer passenden Versicherung zu schützen. Das Gebäude spielt eine zentrale Rolle für den Erfolg des Unternehmens, oft maßgeschneidert für deine speziellen Bedürfnisse. Der Schutz durch die gewerbliche Gebäudeversicherung ist ebenso wichtig für Vermieter gewerblich genutzter Gebäude, da ein Schadenfall nicht nur das Gebäude selbst betrifft, sondern auch zu einem Verlust der Mieteinnahmen führen kann.
Unterschied zur privaten Gebäudeversicherung
Die gewerbliche Gebäudeversicherung unterscheidet sich grundlegend von der privaten Wohngebäudeversicherung. Während private Policen nur Wohnhäuser absichern, deckt die Gebäudeversicherung für Gewerbe Betriebsgebäude wie Büros, Produktionshallen oder Lagerhallen ab. Gewerbliche Tarife haben höhere Deckungssummen und berücksichtigen branchenspezifische Risiken: ein Produktionsbetrieb zahlt mehr als ein Bürogebäude. Die Prämien werden individuell kalkuliert, da die Gefahrendichte bei gewerblicher Nutzung größer ist. Wichtig: Ein gewerblich genutztes Gebäude kann nicht mit einer privaten Wohngebäudeversicherung abgesichert werden, sonst drohen Leistungskürzungen im Schadensfall.
Welche Gebäude kommen für eine Gewerbliche Gebäudeversicherung infrage?
Sowohl rein gewerblich genutzte Objekte als auch gemischt genutzte Immobilien, bei denen der gewerbliche Teil überwiegt (mindestens 51 %), sind versicherbar.
Zu den typischen Beispielen gewerblicher Nutzung zählen:
– Büro- und Verwaltungsgebäude
– Ausstellungs- und Verkaufsräume
– Lagerhallen
– Produktionsstätten
– Werkstätten
Oftmals beherbergt ein Betriebsgelände mehrere Gebäude verschiedener Nutzungskategorien. Diese Vielfalt wird über einen Lageplan erfasst, in den Versicherungsschutz einbezogen und mittels einer Police abgesichert.
Mitversicherung von Gebäudebestandteilen und -zubehör
Neben deinem Firmengebäude gibt es noch zahlreiche Dinge, die ebenfalls unter den Schutz deiner Gebäudeversicherung fallen.
Gebäudebestandteile
Das sind Teile, die fest mit dem Gebäude verbunden sind und ihre Eigenständigkeit verloren haben. Dazu gehören zum Beispiel die Hauswasserversorgung, Brennstofftanks, Blitzableiter und Briefkastenanlagen.
Technische Gebäudebestandteile
Darunter fallen maschinelle Einrichtungen wie Klimaanlagen, Antennen, Einbruchmeldeanlagen, Aufzüge und Lüftungssysteme. Mit der zunehmenden Technisierung spielen auch Daten und Programme für diese Bestandteile eine wichtige Rolle – sie können ziemlich komplex sein.
Gebäudezubehör für gewerbliche Zwecke
Hierzu zählen bewegliche Sachen, die zur Instandhaltung oder zum wirtschaftlichen Zweck der Immobilie dienen, solange sie sich im oder am Gebäude befinden. Beispiele sind Vorräte, die du eventuell später benötigst, wie Ersatzfliesen, Dachziegel oder Brennstoffvorräte.
Bauliche Grundstücksbestandteile
Auch Mauern, Wege, Zäune, Überdachungen, Einfriedungen, Carports und Schilder sind im Versicherungsumfang enthalten.
Welchen Schutz bietet deine Gewerbliche Gebäudeversicherung?
Deine gewerbliche Gebäudeversicherung deckt nach einem Schaden die notwendigen Reparaturkosten ab und übernimmt bei einem Totalschaden den Wiederaufbau. Sie schützt umfassend gegen verschiedene Risiken und beinhaltet auch eine Reihe versicherter Kosten. Somit sind deine finanziellen Belastungen um einiges geringer und überschaubarer.
Grunddeckung
Mit der Grunddeckung kannst du als Eigentümer dein gewerbliches Gebäude gegen die folgenden Gefahren absichern:
Feuer, einschließlich Blitzschlag, Überspannung und Explosion
Beispiel
Ein Blitz schlägt in ein Firmengebäude ein, verursacht einen Kurzschluss und löst einen Brand aus. Das Feuer breitet sich schnell aus und beschädigt sowohl die Struktur des Gebäudes als auch die darin befindlichen Büroeinrichtungen und Warenbestände erheblich.
Rohrbruch- und Leitungswasserschäden
Beispiel
Während eines kalten Winters frieren die Wasserleitungen in einer Produktionshalle ein und platzen. Das auslaufende Wasser verursacht erhebliche Schäden an der Bodenstruktur, den Maschinen und gelagerten Produkten, was zu Produktionsausfällen und hohen Reparaturkosten führt.
Sturm- und Hagelschäden
Beispiel
Ein heftiger Sturm zieht über ein Gewerbegebiet hinweg, dabei werden Dachziegel eines Lagergebäudes abgedeckt und Fenster durch Hagelschlag zerstört. Die entstandenen Schäden beeinträchtigen die Betriebssicherheit und führen zu Unterbrechungen im Geschäftsbetrieb, bis die Reparaturen abgeschlossen sind.
Inkludierte Leistungen in Deiner gewerblichen Gebäudeversicherung
Die Versicherung deckt nicht nur direkte Schäden am Gebäude ab, sondern umfasst auch eine Reihe von Zusatzleistungen, die im Schadensfall finanzielle Belastungen abfangen. Dazu zählen unter anderem:
– Aufräumungs- und Abbruchkosten sowie Feuerlöschkosten
– Kosten für Sachverständige
– Mehrkosten aufgrund von Preissteigerungen
– Mehrkosten durch fortschrittliche Technologien
– Mehrkosten durch behördliche Auflagen bei der Wiederherstellung
– Kosten für die Entfernung umgestürzter Bäume
– Dekontaminations- und Entsorgungskosten für kontaminiertes Erdreich
– Mitversicherung von Zuleitungsrohren auf dem Versicherungsgrundstück
– Bruchschäden an Ableitungsrohren auf und außerhalb des Versicherungsgrundstücks
– Kosten durch den Verlust von Medien wie Frischwasser, Öl oder Gas
– Schäden durch grobe Fahrlässigkeit
– Wiederherstellung von Gartenanlagen
– Gebäudebeschädigung durch unbefugte Dritte
– Graffitischäden
– Beseitigung von Rohrverstopfungen- Leckortungskosten auch ohne versicherten Leitungswasserschaden
Leistungserweiterungen für deine Gewerbliche Gebäudeversicherung
Du kannst deine gewerbliche Gebäudeversicherung individuell anpassen, um sie an die spezifischen Anforderungen deines Standorts oder der Ausstattung deines Gebäudes anzupassen. Zu den zusätzlichen Gefahren, die du absichern kannst, gehören:
– Weitere Elementarschäden wie Hochwasser, Überschwemmung, Schneedruck und Lawinen.
– Fahrzeuganprall, Rauch, Überschalldruckwellen
– Glasbruch
– Schäden an technischen Gebäudebestandteilen
– Unbenannte Gefahren
– Modernisierungsvorsorge
– Grobe Fahrlässigkeit
Umfassender Schutz durch Klausel für unbenannte Gefahren
Die Klausel für „unbenannte Gefahren“ in deiner gewerblichen Gebäudeversicherung erweitert den Schutzrahmen weit über die ausdrücklich genannten Risiken hinaus. Das Besondere daran: Wenn ein Schaden entsteht, der in deinen Versicherungsbedingungen weder ausdrücklich abgedeckt ist noch unter die definierten Ausschlüsse fällt, springt genau hier diese Klausel ein.
Der Wert dieser Klausel liegt in der umfassenden Sicherheit, die sie dir bietet – sie fängt unvorhersehbare und außergewöhnliche Ereignisse ab, die eine erhebliche finanzielle Belastung darstellen könnten. Sie sorgt dafür, dass dein Schutz nicht starr ist, sondern sich dynamisch an neue und unerwartete Risiken anpasst, die zum Zeitpunkt des Vertragsabschlusses vielleicht noch nicht bekannt waren.
Diese Klausel ist ein Ausdruck proaktiven Risikomanagements. Anstatt dich auf eine feste Liste von Ereignissen zu beschränken, bietet sie dir einen flexiblen Schutz, der sich den sich wandelnden Umständen und Risiken deines Unternehmens anpassen kann. Das zeigt, dass es unmöglich ist, jedes potentielle Risiko vorauszusehen und in deine Versicherungspolice aufzunehmen.
Zusammengefasst ermöglicht die Klausel für „unbenannte Gefahren“ in deiner gewerblichen Gebäudeversicherung eine deutlich erweiterte Risikoabdeckung. Sie schließt eine wichtige Lücke, indem sie für Schäden aufkommt, die jenseits der traditionellen Definitionen liegen, solange diese nicht explizit ausgeschlossen sind. So erhältst du eine zusätzliche Ebene der Sicherheit, die dein Unternehmen vor einer Vielzahl unvorhergesehener Ereignisse schützt.
Was ist NICHT versichert? Wichtige Ausschlüsse
Folgende Schäden sind in der Regel nicht durch die gewerbliche Gebäudeversicherung abgedeckt:
Allgemeine Ausschlüsse
- Vorsatz: Schäden, die Sie absichtlich herbeiführen
- Krieg und Kernenergie: Schäden durch kriegerische Ereignisse oder nukleare Strahlung
- Normale Abnutzung: Alterungsbedingte Schäden, Verschleiß
- Baumängel: Schäden durch fehlerhafte Konstruktion oder mangelhafte Ausführung
- Schimmel: Schimmelbildung ohne versicherten Vorschaden
Spezifische Ausschlüsse
- Grundwasser: Schäden durch drückendes oder stehendes Grundwasser (außer bei Elementarschutz)
- Erdsenkung: Senkungen durch Bergbau oder natürliche Bodenbeschaffenheit
- Betriebsschäden: Schäden durch den normalen Betriebsablauf
- Cyber-Schäden: Schäden durch Hackerangriffe oder Computerviren
Tipp: Prüfen Sie die Ausschlussliste Ihres Tarifs genau und schließen Sie bei Bedarf Zusatzbausteine ab.
Die richtige Versicherungssumme ermitteln
Die korrekte Versicherungssumme ist entscheidend für ausreichenden Schutz im Schadensfall.
Neuwert vs. Zeitwert – Was ist der Unterschied?
Neuwert: Die Kosten für die Wiederbeschaffung bzw. den Wiederaufbau des Gebäudes in gleichem Zustand zum heutigen Preis. Dies ist der empfohlene Versicherungswert.
Zeitwert: Neuwert minus Abzug für Alter und Abnutzung. Diese Variante ist günstiger, bietet aber deutlich weniger Schutz.
Versichern Sie Ihr Gewerbegebäude immer zum Neuwert, um im Schadensfall keine finanziellen Einbußen zu erleiden!
Unterversicherung vermeiden
Eine Unterversicherung liegt vor, wenn die Versicherungssumme niedriger ist als der tatsächliche Neuwert des Gebäudes.
Als Beispiel: Ihr Gebäude hat einen Neuwert von 1.000.000 €, Sie haben es aber nur mit 800.000 € versichert (= 80% des Wertes). Bei einem Schaden von 100.000 € zahlt die Versicherung nur 80.000 € (= 80% des Schadens).
So vermeiden Sie Unterversicherung:
- Lassen Sie den Gebäudewert regelmäßig (alle 3-5 Jahre) von einem Sachverständigen prüfen
- Wählen Sie einen Tarif mit Unterversicherungsverzicht
- Nutzen Sie die gleitende Neuwertversicherung
- Melden Sie Umbauten und Erweiterungen sofort Ihrem Versicherer
Gleitende Neuwertversicherung
Bei der gleitenden Neuwertversicherung passt sich die Versicherungssumme automatisch an den aktuellen Baukostenindex an. So sind Sie stets ausreichend versichert, auch wenn die Baukosten steigen.
Wie wird der Preis für deine Gewerbliche Gebäudeversicherung bestimmt?
Der Beitrag für deine gewerbliche Gebäudeversicherung hängt von verschiedenen Faktoren ab. Versicherer bewerten das Risiko individuell, basierend auf den spezifischen Gegebenheiten deines Gebäudes und deines Betriebes. Die folgenden Faktoren spielen dabei eine entscheidende Rolle für die Kosten deiner Versicherung.
Versicherungswert Deines Firmengebäudes
Die Basis für die Berechnung des Versicherungsbeitrags bildet der Wert deiner Immobilie. Dieser Versicherungswert wird von uns mit einem spezialisierten Verfahren, wobei Faktoren wie die Größe des Gebäudes, die Art der Bauausführung und vorhandene Gebäudebestandteile berücksichtigt werden. Eine präzise Bewertung verhindert im Schadenfall das Risiko einer Unterversicherung. Sollten Teile deines Objektes unter Denkmalschutz stehen, kann dies den Versicherungswert und somit auch den Beitrag erhöhen.
Beispiel
Eine weitläufige Lagerhalle mit einem Industrieboden und einer simplen Dachkonstruktion repräsentiert einen anderen Wert als ein modernes Bürogebäude mit edlem Steinboden und neuester Heiz- und Lüftungstechnik.
Versicherte Risiken
Wie bereits erwähnt, hast du die Möglichkeit, den Schutz deines Gebäudes über die Basisabsicherung hinaus durch zusätzliche Bausteine zu erweitern. Natürlich führt ein umfassenderer Schutz auch zu höheren Versicherungsbeiträgen.
Beispiel
Falls in der genannten Lagerhalle keine wasserführenden Leitungen existieren, kann auf den Schutz gegen Leitungswasserschäden verzichtet werden, was den Beitrag reduziert. Vielleicht legst du als Eigentümer aber besonderen Wert auf die Absicherung technischer Gebäudebestandteile wie Videoüberwachung, Zugangskontrollsysteme oder Aufzüge.
Nutzung des Gebäudes
Bei der Anfrage für ein Versicherungsangebot wird auch die Nutzung deines Gewerbeobjekts thematisiert. Jede Gewerbeart birgt eigene Risiken, die vom Versicherer individuell bewertet und bepreist werden.
Beispiel
Ein Büro- und Verwaltungsgebäude einer Spedition ist in der Feuerversicherung als weniger risikoreich eingestuft als etwa die Produktionshalle einer Tischlerei.
Selbstbeteiligung
Indem du eine Selbstbeteiligung im Schadensfall vereinbarst, kannst du den Versicherungsbeitrag reduzieren. Kleinere Schäden trägst du dann selbst. Eine Selbstbeteiligung ist jedoch nur bei selbstgenutzten Immobilien sinnvoll, da sie nicht über die Nebenkostenabrechnung an Mieter weitergegeben werden kann. Auch wenn die Selbstbeteiligung die Jahresprämie senkt, sollte sie mit Bedacht gewählt werden.
Ist dein Firmengebäude richtig versichert?
Vor dem Abschluss einer Versicherung steht eine umfassende Risikoanalyse, um sicherzustellen, dass das Angebot alle wichtigen Leistungen umfasst. Du als Gebäudeeigentümer musst einschätzen, welche Schäden potenziell auftreten können und was unbedingt durch die Versicherung abgedeckt sein sollte. Die vorgestellten Versicherungsbausteine ermöglichen eine maßgeschneiderte Absicherung, die genau auf die Bedürfnisse deines Gewerbes zugeschnitten ist.
Im Schadenfall: So gehst du vor
1. Sofortmaßnahmen
- Sichern Sie die Schadenstelle: Verhindern Sie weitere Schäden (z.B. Wasser abstellen, Gebäude absperren)
- Dokumentieren Sie den Schaden: Machen Sie Fotos und Videos aus verschiedenen Perspektiven
- Bewahren Sie beschädigte Teile auf: Entsorgen Sie nichts ohne Rücksprache mit dem Versicherer
2. Schadenmeldung
- Melden Sie den Schaden unverzüglich (innerhalb von 7 Tagen) bei Ihrem Versicherer
- Nutzen Sie die Schadenhotline oder das Online-Schadenformular
- Halten Sie folgende Informationen bereit:
- Versicherungsnummer
- Schadendatum und -uhrzeit
- Schadenhergang (detaillierte Beschreibung)
- Erste Schätzung der Schadenhöhe
3. Schadenregulierung
- Der Versicherer prüft den Schaden und beauftragt ggf. einen Gutachter
- Sie erhalten eine Schadenbestätigung und Freigabe für Reparaturen
- Holen Sie Kostenvoranschläge von Handwerkern ein
- Nach Abschluss der Reparatur reichen Sie die Rechnungen ein
- Die Versicherung überweist die Schadenssumme (abzgl. Selbstbeteiligung)
4. Besondere Pflichten
- Schadensminderungspflicht: Sie müssen alles Zumutbare tun, um den Schaden zu begrenzen
- Wahrheitspflicht: Machen Sie keine falschen Angaben zum Schadenhergang
- Aufbewahrungspflicht: Bewahren Sie alle Belege und Dokumente auf
Bei größeren Schäden: Ziehen Sie einen unabhängigen Sachverständigen hinzu, der Ihre Interessen vertritt.
Was kostet eine gewerbliche Gebäudeversicherung?
Wie oben beschrieben, hängt der Wert eines Gebäudes von ganz vielen Faktoren ab und die Frage nach dem jeweiligen Preis lässt sich nicht ohne weiteres beantworten. Da zur Angebotsberechnung deutlich mehr Informationen benötigt werden als zum Versicherungsvergleich einer Kfz-Versicherung, kann man diese Frage pauschal auch nicht beantworten. Um ein Angebot richtig berechnen zu können, ist ein Beratungstermin unabdingbar, da jedes gewerbliche Gebäude unterschiedlich zu behandeln ist und einzeln genau betrachtet werden muss.
In den meisten Fällen ergibt es Sinn, dass ein Spezialist sich das Gebäude auch einmal vor Ort anschaut, um sich ein Bild zu machen und für dich das bestmögliche Ergebnis zu garantieren. Gerne nehmen wir uns die Zeit und basteln individuell für dich eine maßgeschneiderte Lösung. Erfahrungsgemäß gehören wir mit unseren Produkten seit vielen Jahren zu den besten Anbietern am Markt.
Checkliste: Daran solltest du beim Abschluss denken
- Versicherungssumme korrekt ermitteln (Neuwert, ggf. Gutachten einholen)
- Gleitende Neuwertversicherung oder Unterversicherungsverzicht wählen
- Leistungsumfang prüfen:
- Grundschutz (Feuer, Leitungswasser, Sturm/Hagel)
- Elementarschäden (Überschwemmung, Erdbeben etc.)
- Unbenannte Gefahren (böswillige Beschädigung etc.)
- Ausschlüsse genau lesen und bei Bedarf Zusatzbausteine abschließen
- Selbstbeteiligung festlegen (Balance zwischen Prämie und Eigenrisiko)
- Verzicht auf Einrede der groben Fahrlässigkeit vereinbaren
- Vorsorgedeckung für Werterhöhungen einschließen
- Mehrere Angebote vergleichen (Preis-Leistungs-Verhältnis)
- Sicherheitsmaßnahmen dokumentieren (Brandmeldeanlage, Sprinkler etc.)
- Regelmäßige Überprüfung (alle 3-5 Jahre) der Versicherungssumme
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Was ist eine gewerbliche Gebäudeversicherung?
Eine gewerbliche Gebäudeversicherung schützt Betriebsgebäude und alle fest verbauten Bestandteile vor finanziellen Schäden durch Feuer, Leitungswasser, Sturm, Hagel und optional weitere Gefahren. Sie ist unverzichtbar für Unternehmer und Gewerbetreibende, die Eigentümer ihrer Geschäftsräume sind, und deckt vom Fundament über technische Anlagen bis zu Außenanlagen alles ab, was fest mit dem Gebäude verbunden ist.
Wer braucht eine gewerbliche Gebäudeversicherung?
Jeder Eigentümer eines gewerblich genutzten Gebäudes sollte eine gewerbliche Gebäudeversicherung abschließen – egal ob Bürogebäude, Produktionshalle, Lagerhalle, Werkstatt oder Ladenlokal. Auch bei gemischter Nutzung (Gewerbe + Wohnen) ist eine gewerbliche Versicherung erforderlich.
Ist eine gewerbliche Gebäudeversicherung Pflicht?
Nein, es besteht keine gesetzliche Versicherungspflicht. Allerdings verlangen Banken bei der Finanzierung eines Gewerbegebäudes in der Regel den Abschluss einer Gebäudeversicherung. Auch ohne Finanzierung ist die Versicherung dringend empfohlen, da Sie sonst das volle finanzielle Risiko tragen.
Was ist der Unterschied zwischen Gebäude- und Inhaltsversicherung?
Die Gebäudeversicherung schützt das Gebäude selbst und alle fest verbauten Bestandteile. Die Inhaltsversicherung (Geschäftsinhaltsversicherung) deckt bewegliche Gegenstände wie Maschinen, Waren, Möbel und IT-Ausstattung ab. Beide Versicherungen ergänzen sich und sollten gemeinsam abgeschlossen werden.
Sind Photovoltaikanlagen mitversichert?
Das hängt vom Tarif ab. Viele moderne Tarife schließen fest installierte Photovoltaikanlagen automatisch mit ein, oft aber nur bis zu einer bestimmten Leistung (z.B. 100 kWp). Größere Anlagen benötigen meist einen separaten Baustein oder eine eigene Versicherung.
Was passiert bei Unterversicherung?
Bei Unterversicherung zahlt die Versicherung nur anteilig. Beispiel: Ist Ihr Gebäude nur zu 80% des tatsächlichen Wertes versichert, erhalten Sie auch nur 80% der Schadenssumme. Wählen Sie daher einen Tarif mit Unterversicherungsverzicht oder gleitender Neuwertversicherung.
Zahlt die Versicherung auch bei grober Fahrlässigkeit?
Das kommt auf den Tarif an. Standardtarife schließen grobe Fahrlässigkeit oft aus. Hochwertige Tarife bieten einen Verzicht auf die Einrede der groben Fahrlässigkeit – dann zahlt die Versicherung auch, wenn Sie z.B. vergessen haben, ein Fenster zu schließen, durch das Regen eindringt.
Wie schnell muss ich einen Schaden melden?
Schäden sollten unverzüglich, spätestens aber innerhalb von 7 Tagen gemeldet werden. Bei verspäteter Meldung kann die Versicherung Leistungen kürzen, wenn ihr dadurch ein Nachteil entsteht.
Kann ich die Versicherung von der Steuer absetzen?
Ja, die Beiträge zur gewerblichen Gebäudeversicherung sind als Betriebsausgaben steuerlich absetzbar und mindern Ihren Gewinn.
Was ist bei Leerstand zu beachten?
Steht Ihr Gewerbegebäude länger als 60-90 Tage leer, müssen Sie dies dem Versicherer melden. Viele Versicherer verlangen bei Leerstand besondere Sicherungsmaßnahmen (z.B. regelmäßige Kontrollen) oder erhöhen die Prämie. Einige Tarife schließen Leerstände ganz aus.
Sind Schäden durch Starkregen versichert?
Schäden durch Wasser-, Feuer- und Sturmschaden sind im Grundschutz enthalten, soweit sie durch versicherte Gefahren entstehen. Schäden durch Starkregen (Überschwemmung von außen) sind jedoch nur mit dem Baustein Elementarschäden versichert. Prüfen Sie daher, ob dieser Schutz in Ihrem Tarif enthalten ist.
Was deckt eine Gewerbeversicherung ab?
Eine Gewerbeversicherung deckt im Grundschutz Schäden durch Feuer (Brand, Blitzschlag, Explosion), Leitungswasser (Rohrbrüche, Frostschäden) sowie Sturm und Hagel ab. Optional können Elementarschäden (Überschwemmung, Erdbeben, Schneedruck) und unbenannte Gefahren (böswillige Beschädigung, Fahrzeuganprall) mitversichert werden. Versichert sind das Gebäude selbst, technische Anlagen, fest installierte Einrichtungen und Außenanlagen.
Welche Schäden sind in der gewerblichen Gebäudeversicherung nicht versichert?
Nicht versichert sind vorsätzlich herbeigeführte Schäden, Kriegs- und Kernenergieschäden, normale Abnutzung und Verschleiß, Baumängel, Schimmel ohne versicherten Vorschaden, Grundwasserschäden (außer bei Elementarschutz), Erdsenkungen durch Bergbau, Betriebsschäden durch normalen Betriebsablauf sowie Cyber-Schäden durch Hackerangriffe. Auch bewegliche Gegenstände wie Maschinen, Waren oder Büromöbel sind nicht abgedeckt – diese fallen unter die Inhaltsversicherung.
Was ist der gewerbliche Anteil in der Wohngebäudeversicherung?
Der gewerbliche Anteil bezeichnet den Prozentsatz eines Gebäudes, der gewerblich genutzt wird, etwa wenn im Erdgeschoss ein Ladenlokal und darüber Wohnungen liegen. Bei gemischter Nutzung muss der gewerbliche Anteil dem Versicherer gemeldet werden, da er die Risikobewertung und Prämienberechnung beeinflusst. Ab einem bestimmten gewerblichen Anteil (meist 50%) ist eine reine Gewerbeversicherung oder eine spezielle Mischnutzungspolice erforderlich.
