Grüne Geldanlagen: Alles, was du wissen musst!

grüne anlage

Der rücksichtsvolle Umgang mit natürlichen Ressourcen, der Einkauf und die Verwendung von recyclebaren Produkten und von nachwachsenden Rohstoffen oder auch die Nutzung von ökologischen Suchmaschinen und und und. Durch den Klimawandel denken immer mehr Menschen an das Thema Nachhaltigkeit und passen ihre Lebensweise dementsprechend an. Der Naturschutz und der Umweltschutz stehen hier im Fokus und liefern viele Anhaltspunkte für ein nachhaltigeres Leben. Eine weitere Möglichkeit, sich nachhaltig zu positionieren, sind nun auch nachhaltige bzw. grüne Geldanlagen. Um ihr Geld nachhaltig anlegen zu können und um indirekt nicht in Atomkraft, Rüstung oder Gentechnik zu investieren, greifen immer mehr Menschen zu solchen Anlagen.

Wir wollen dir in diesem Beitrag erklären, was genau eigentlich gemeint ist, wenn man von nachhaltigen Geldanlagen spricht und wie solche Fonds gekennzeichnet werden, also welche Auswahlkriterien es gibt. Außerdem beantworten wir die Frage, ob man mit grünen Anlagen die Welt retten kann und welche Alternativen es gibt.

Was sind „grüne Geldanlagen“ überhaupt?

Grüne Geldanlagen werden auch als grüne Investments, nachhaltige Investments/Anlagen oder ESGs bezeichnet. Wer in diese Anlagen investiert, hat oft den Wunsch, die Welt zu retten. Wie praktisch! Nebenbei kann auch noch ganz simpel Geld verdient werden … Die Finanzindustrie hat diesen Trend schon lange erkannt, weshalb das Angebot an grünen Geldanlagen stetig wächst.

Wie oben schon erwähnt, bezeichnet man solche Anlagen auch als ESGs, zusammengesetzt aus den Wörtern Environmental, Social, Governance. Diese drei Wörter aus dem Englischen bedeuten so viel wie Umweltschutz, soziale Gerechtigkeit und Unternehmensführung – wobei letztere ordentlich und gut durchgeführt werden sollte. Ganz einfach: Du wirst mit ESGs dein Geld möglichst nachhaltig anlegen – so viel ist klar! Also wirst du in den Klimaschutz, den Schutz von Ökosystemen, die Vermeidung der Umweltverschmutzung und auch die nachhaltige Nutzung von Wasser u. a. investieren. Außerdem wird durch „Governance“ festgelegt, dass nur in Firmen investiert wird, die bspw. keine Kinder- oder Zwangsarbeit finanzieren, oder die Frauen und Männern einen gleichen Lohn auszahlen.

Aber ist das wirklich so?

Wie grün sind grüne Fonds wirklich?

Unklare Kriterien für nachhaltige Geldanlagen

Das Problem bei den ESG-Kriterien ist, dass diese alles andere als eindeutig sind. Es gibt heutzutage nicht wirklich einheitliche Kriterien, geschweige denn gesetzlich festgelegte, wenn es um das Thema ethisch-ökologisches Investieren geht. So liegt es nahe von hellgrünen, mittelgrünen und dunkelgrünen Geldanlagen zu sprechen, anstatt alle in einen Topf zu werfen.

So flog das Unternehmen Tesla bspw. aus dem ESG-Aktienindex raus, da zu viele Beschwerden zu Diskriminierung am Arbeitsplatz registriert wurden. Zudem hatten die Mitarbeiter zunehmend Unfälle bei der Arbeit in den Tesla-Werken gemeldet. Was daran komisch ist? Ein Ölkonzern, im Gegensatz zu einem E-Auto-Fabrikanten, blieb weiterhin im ESG-Aktienindex.

Man merkt also schnell, was für ein Wirrwarr durch diese unklaren Kriterien und durch unterschiedliche Auswahlverfahren entstehen.

Auswahlverfahren von Banken und Fonds

Es gibt grundsätzlich neben den ESG-Kriterien auch noch das Auswahlverfahren der eigenen Indizes oder Fondsgesellschaften, in denen entschieden wird, welche Unternehmen in den grünen Fond aufgenommen werden. Man kann grob zwischen drei Verfahren differenzieren: Bei der ersten Methode geht es um ein Ausschlussverfahren. Hier werden konkret Branchen definiert, in die nicht investiert wird, bspw. Atomkraft oder Unternehmen, die Kinderarbeit mitfinanzieren.

Bei dem zweiten Verfahren werden ausschließlich Unternehmen und Branchen gewählt, die positive Merkmale haben. So würde man hier nur Unternehmen aus der ökologischen Landwirtschaft oder aus den erneuerbaren Energien wählen. Diese beiden absoluten Ansätze werden von einem dritten vervollständigt, der beide miteinander kombiniert. Der „Best-in-Class-Ansatz“ wählt nur die besten Unternehmen einer bestimmten Branche aus – auch wenn diese nicht zu 100 % allen nachhaltigen Standards entsprechen. Wenn bspw. ein Textilkonzern seine Klamotten in Thailand produziert und dennoch Kinderarbeit mitfinanziert, würde dieser eventuell gewählt werden, weil er einfach dennoch am besten mit seinen Mitarbeitern umgeht, im Vergleich zu all den anderen. Natürlich ist dies nur ein Beispiel.

Dadurch, dass es die unterschiedlichsten Kriterien und sehr sehr viele Unternehmen gibt, ist es ein langer Weg, bis die Unternehmen gefunden wurden, die sich besonders nachhaltig verhalten. Hier kommen dann Teams von Analysten und Instituten zusammen, um einzelne Unternehmen zu prüfen und zu beurteilen.

Mit grünen Investments die Welt retten?

Wenn man sich in die Thematik der nachhaltigen Fonds einliest, wird des Öfteren von einer ökologischen, sowie gesellschaftlichen Rendite gesprochen, die neben der ökonomischen zustande kommt. Stimmt das wirklich?

Wir konnten in diesem Beitrag festhalten, dass es nicht so eindeutig ist, was wirklich ein gutes Unternehmen oder einen guten Fond für „grünes Geld“ ausmacht. Zudem muss man auch betonen, dass nicht wirklich Geld in ein Unternehmen fließt, wenn du eine Aktie kaufst. Wenn du Produkte eines Unternehmens konsumierst, ist das der Fall – bei Aktien jedoch eher nicht. Wenn sich eine große Anzahl an Menschen bspw. entscheiden würde, nie wieder zu fliegen, hätte dies erstmal einen größeren Einfluss auf eine Fluggesellschaft, als der Weiterverkauf deiner Aktien.

Sicherlich ist es ein erster Weg, wenn sich Anleger mit dem Thema „nachhaltige Anlagen“ auseinandersetzen und auch nachhaltig investieren wollen. Jedoch wird auch die Welt nicht komplett durch das Investieren in ESGs gerettet. Unterschiedliche Kriterien und Bewertungen von Unternehmen führen dazu bei, dass es nahezu keine Standards gibt. Ein reales, nachhaltiges Investieren ist dadurch wohl eher nur bedingt möglich.

Man muss aber auch sagen, dass erste Veränderungen auf dem Finanzmarkt durch ESGs, zeigen, in welche Richtung es gehen soll. Eventuell richten sich immer mehr Unternehmen nach dem Wunsch der Menschen und planen und handeln nachhaltiger.

Wie geht es weiter am grünen Markt?

Wie schon gesagt ist es als Konsument und Verbraucher einfacher einen Impact zu schaffen, wenn du dich dafür entscheidest, die Produkte eines Unternehmens zu boykottieren. Es gibt beim grünen Investieren kein richtig oder falsch. Jeder sollte für sich entscheiden, ob dies eine interessante Möglichkeit bietet, sein Geld anzulegen oder ob ungefilterte Fonds und Indizes doch attraktiver sind.Solltest du noch Fragen zu diesem Thema haben, dann kontaktiere uns gerne. Wir beraten dich zu allen Themen rund um Finanzen und Versicherungen kompetent und zuverlässig.

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Thomas Kretschmer
Thomas Kretschmer ist Inhaber und Geschäftsführer der Kretschmer & Schweiger OHG. Schon während des Studiums spezialisierte er sich dabei auf den Bereich der Personenversicherung und hier vor allem der Privaten Krankenversicherung. Zur Terminbuchung

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